Im September des Jahres 2010 erstellt das Eidgenössische Nuklearsicherheistsinspektorat ENSI ein umfangreiches Gutachten zum neu geplanten KKW Beznau. Das neue KKW wollte ein Leichtwassermodulierter Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 1’450 Megawatt bekommen. Lieferant und Reaktortyp sollte in einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Der Kühlturm wäre in einer sehr landschaftsverträglichen Weise gebaut worden. Anstelle eines dominanten passiven Kühlturms wie bei Gösgen oder Leibstadt wäre beim neuen KKW Beznau ein geschlossenes Kühlsystem mit einem Hybridkühlturm gewählt worden. Der lediglich noch 60 m hohe Kühlturm arbeitet nach dem Prinzip der kombinierten Nass-/Trockenkühlung mit einem mittels Ventilatoren erzwungenen Luftstrom. Dabei wird der feuchte Luftstrom aus dem Nassteil des Kühlturms mit einem zweiten Luftstrom aus dem Trockenteil des Kühlturms vermischt und erwärmt. Bei diesem Kühlsystem stellt die Umgebungsluft die Hauptwärmesenke dar, benötigt aber auch zusätzliche Energie für die Ventilatoren.

Alleine dieses neue KKW würde die Stromversorgung der Schweiz massiv stabilisieren. Der nationale Einsatz vieler Wärmepumpen für die Heizungen und zuverlässiger sowie günstiger Strom für die Elektrifizierung der Mobilität wären Sommer und Winter in genügendem Umfang vorhanden. Würde man die Abwärme des neuen KKW im ähnlichen Umfang in der Region als Heizwärme verteilen (REFUNA), würde sich die Effizienz (Wirtschaftlichkeit) und Effektivität (Wirksamkeit) noch einmal erhöhen. Alternative Energiequellen sind in jedem Fall teurer, unzuverlässiger und auf keinen Fall sicherer.
Alternative Brutreaktor
Zum Zeitpunkt der Gesuchstellung im Jahr 2010 war das Konzept des neuen KKW Beznau (Ersatzkernkraftwerke Beznau EKKB). Topaktuell. Man könnte dieses Projekt einfach aus den Schubladen holen und sofort mit der Realisierung beginnen. Dazu braucht man vor allem politischen Willen. Nach OSCE – Angaben wäre so ein Kernkraftwerk für ca. 6 Milliarden CHF zu haben.
Als Alternative schlage ich allerdings einen Brutreaktor vor, wie ihn die Russen schon seit vielen Jahren erfolgreich und sicher betreiben. Der BN-800 ist in der Lage, mit alternativem Brennstoff und aufbereiteten Brennstäben aus Atommüll zu funktionieren. Die höhere Wärmeerzeugung eines Brutreaktors erlaubt die interessante Nutzung der Abwärme für die Herstellung z.B. von Wasserstoff für die umweltfreundliche Herstellung von Treibstoff für Verbrennerfahrzeuge oder allgemeiner gesagt, die Anwendung Thermochemischer Verfahren zur besseren Ausnutzung der aus Uran umgewandelten Energie. Die gesamte Energiebilanz eines solchen Reaktors ist noch wesentlich besser als die von konventionellen Reaktoren wie Leibstadt oder Gösgen.
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